Polling-Rate bei Mäusen: Standardwerte und Prüf-Leitfaden
Die Polling-Rate (in Hertz, Hz) sagt, wie oft Ihre Maus pro Sekunde ihre Position an den Computer meldet. Eine höhere Rate verringert die Verzögerung (Input-Lag), macht den Mauszeiger ruhiger und die Bewegung im Spiel flüssiger – vor allem mit einem Monitor mit hoher Bildwiederholfrequenz.
Übersicht: Polling-Raten im Vergleich
| Polling-Rate | Meldeabstand | Weniger Verzögerung | CPU-Last | Passender Monitor | Klasse |
|---|---|---|---|---|---|
| 8000 Hz | 0,125 ms (125 μs) | 7,875 ms schneller als 125 Hz | Mittel • 6–14 % eines CPU-Threads | 360–540 Hz (OLED / schnelles IPS) | Extrem |
| 4000 Hz | 0,25 ms (250 μs) | 7,75 ms schneller als 125 Hz | Niedrig bis mittel • 3–7 % eines CPU-Threads | 240–360 Hz | HyperPolling |
| 2000 Hz | 0,5 ms (500 μs) | 7,5 ms schneller als 125 Hz | Sehr niedrig • 1–3 % eines CPU-Threads | 165–280 Hz | Hohe Leistung |
| 1000 Hz | 1 ms | 7 ms schneller als 125 Hz | Kaum messbar • unter 1 % | 144–240 Hz | E-Sport-Standard |
| 500 Hz | 2 ms | 6 ms schneller als 125 Hz | Fast keine | 60–144 Hz | Wettkampf |
| 250 Hz | 4 ms | 4 ms schneller als 125 Hz | Keine | 60–75 Hz | Einsteiger-Gaming |
| 125 Hz | 8 ms | Basis (USB-Standard) | Keine | Normaler 60-Hz-Büro-Monitor | Büro / Basis |
So arbeitet die Maus: Sensor, Chip und USB
Eine Gaming-Maus besteht aus drei Teilen:
- Optischer Sensor: Sensoren wie der PixArt PAW3395 oder PAW3950, der Razer Focus Pro 30K/35K oder der Logitech HERO 2 machen tausende Bilder der Oberfläche pro Sekunde. Daraus berechnen sie kleine Bewegungsschritte (ΔX, ΔY).
- Mikrocontroller (MCU): Ein schneller 32-Bit-Chip (z. B. Nordic nRF52840 oder nRF54) sammelt die Sensordaten, filtert Tastenprellen, rechnet die DPI um und bereitet die USB-Datenpakete (HID-Reports) vor.
- USB-Abfrage: Der Computer fragt die Maus in festen Abständen ab. Bei 1000 Hz alle 1 ms, bei 8000 Hz alle 125 Mikrosekunden (USB 2.0 High-Speed).
Um auch die Reaktion beim Klicken zu prüfen, nutzen Sie zusätzlich den Input-Lag-Test und den Klicktest.
Warum zeigt der Browser manchmal weniger Hz?
Beim Messen im Browser gibt es ein paar Besonderheiten:
- Gebündelte Ereignisse: Chrome, Edge, Brave und Opera liefern Mausbewegungen im Haupt-Thread. Bei hoher Last werden mehrere USB-Meldungen zu einem Ereignis zusammengefasst. Dieser Test nutzt, wenn möglich, die Rohdaten des Browsers (
pointerrawupdate), damit das möglichst selten passiert. - Bildwiederholrate: Browser liefern Ereignisse oft im Takt des Monitors. Auf einem 60-Hz-Monitor werden Bewegungen schneller gebündelt, wenn Sie die Maus nicht gleichmäßig bewegen.
- Genug Bewegung: Bei sehr langsamer Bewegung hat der Sensor nicht in jeder Millisekunde etwas zu melden. Bewegen Sie die Maus mit mittlerem, gleichmäßigem Tempo bei 800 oder 1600 DPI.
Möchten Sie die Stabilität des Sensors prüfen, probieren Sie den Mouse-Drift-Test und den Spin-Test.
USB-Anschluss und Mainboard: So klappt es am besten
Der Anschluss ist wichtig. Beachten Sie diese Regeln:
- Direkt hinten am Mainboard: Stecken Sie die Maus in einen USB-Port auf der Rückseite des PCs. Die Anschlüsse vorne am Gehäuse haben oft längere, schlecht geschirmte Kabel, die gestört werden können.
- Keine USB-Hubs ohne eigene Stromversorgung: Ein Hub teilt die Bandbreite mit anderen Geräten. Webcam, externe Festplatte oder Audio-Geräte am selben Hub können Meldungen verzögern oder auslassen.
- USB 2.0 oder USB 3.x: Eine normale 1000-Hz-Maus braucht nur USB 2.0 Full Speed. Mäuse mit 4000 oder 8000 Hz brauchen USB 2.0 High Speed (480 Mbit/s), weil die Abfrage alle 125 μs erfolgt. An einem alten oder schlecht angebundenen Port fällt eine 8000-Hz-Maus oft auf 1000 Hz zurück.
Polling-Raten im E-Sport
Profis in Counter-Strike 2, Valorant, Overwatch 2 und Apex Legends setzen meist auf bewährte Einstellungen:
- 1000 Hz ist der Standard: Die meisten Profis nutzen 1000 Hz. Die Rate ist sehr stabil, macht kaum Probleme im Spiel und hat nur 1 ms Verzögerung.
- 2000 und 4000 Hz: Spieler mit Monitoren ab 240 Hz (z. B. in Apex Legends oder Overwatch 2) wechseln öfter auf 2000 oder 4000 Hz, um feine Bewegungen genauer zu steuern. Die CPU wird dabei nur wenig stärker belastet.
- 8000 Hz: Das funktioniert gut in Spielen mit Raw-Input-Puffer (CS2 mit
m_rawinput 1, Valorant). In älteren Spielen kann 8000 Hz die Spielschleife überlasten und bei schnellen Wischbewegungen kleine Ruckler auslösen.
Ob alle Maustasten richtig auslösen, prüfen Sie mit dem Maustasten-Test. Die reine Klickgeschwindigkeit messen Sie mit dem CPS-Rechner.